Bridge Kurzeinführung

Bridge: Warum?

  • Grossartiger Zeitvertreib um mental fit zu bleiben, z.B. im Rentenalter.
  • Bridge hat eine grosse soziale Komponente. Man spielt paarweise und kommt unter die Leute.
  • Die Regeln sind weltweit die gleichen.
  • Millionen von Spielern weltweit.
  • Clubs in allen grösseren Städten überall auf der Welt.
  • Man kann privat, in Clubs, an Turnieren, am Computer, im Internet, auf Kreuzfahrtschiffen etc. spielen.
  • Es gibt auch professionelle Bridge-Spieler, sogar in der kleinen Schweiz.


Bridge: Basis-Informationen

  • Bridge wird zu viert gespielt, wobei zwei Paare gegeneinander spielen. Jedes Paar bildet also ein Team.
  • Es gibt immer ein Nord-Süd- und ein Ost-West-Paar und es ist definiert wo Nord ist.
  • Man spielt mit 52 Karten (13 pro Spieler). A K Q J T 9...2 in folgender absteigenden Rangordung: ♠  ♥  ♦  ♣
  • Pro Austeilung gibt es somit 13 Stiche zu machen.
  • Anders als beim Jass haben die Karten keinen Wert. Es geht lediglich darum, Stiche zu machen.
  • Pik und Herz sind die beiden Oberfarben (Edelfarben), Karo und Treffle die Unterfarben.
  • Die Karten-Rangordung spielt beim Bieten und beim Resultat eine entscheidende Rolle.
  • Das Spiel hat 2 Phasen: Auktion (Bietphase, Lizit) und Spielphase.
  • Das Paar, das das höchste Gebot macht, gewinnt die Auktion um einen Kontrakt und spielt diesen dann auch.
  • Erfüllt das Paar den Kontrakt (die Anzahl angesagter Stiche), so erhält es die Score-Punkte gutgeschrieben.
  • Bei Nichterfüllung erhalten die Gegner Score-Punkte.
  • Vorteil gegen z.B. dem Jass: Durch gutes Defensiv-Spiel lässt sich auch punkten!
  • Im Turnier-Bridge spielen mehre Paare mit den gleichen Karten, wodurch der Glücksfaktor stark limitiert wird.
  • Wo und wie: Privat (Rubberbridge), Clubs, Turniere, Team-Play, on-line.


Bietphase: Ansagbare, bietbare Kontrakte

  • Anzahl Stiche + 6.
  • Man unterscheidet: Teilkontrakte, Spiele (games), Slam (12 Stiche), Grand-Slam (alle 13 Stiche).
  • Nebst Farb-Kontrakten kann man auch NT (No-Trump), d.h. ohne Trumpf spielen.


  • Score-Punkte pro Stich: 20   ♦  ♣, 30 für ♠  ♥ , 40 für 1. Stich NT und 30 für jeden weiteren.
  • Die zu gewinnenden oder zu verlierenden Punkte hängen von der Gefahrenlage ab (vulnerable, non-vulnerable).
  • Bonus-Punkte ungefährlich: 50 Teil-Kontrakt, 300 Spiel (game), 500 slam, 1000 grand-slam.
  • Bonus-Punkte gefährlich: 50 Teil-Kontrakt, 500 Spiel (game), 750 slam, 1500 grand-slam.
  • Beispiel: 4H erfüllt ungefährlich: 4 * 30 + 300 = 420.
  • Kontras und Rekontras erhöhen bei Kontrakterfüllung die Scores und bei Nichterfüllung die Strafen.

Bridge: Bieten, Lizit

  • Die Paare tauschen mit Hilfe der Bietkarten (nicht mündlich) untereinander Informationen aus, um den bestmöglichen Kontrakt zu finden.
  • Dafür wird eine aus 38 Symbolen bestehende, kontextabhängige Bietsprache benutzt.
  • 1 bis 7 in einer Farbe oder NT (no trump), plus pass, X (Kontra,double), XX (Re-Kontra,redouble).


  • Die Bietphase endet nach 3 aufeinanderfolgenden Pass-Ansagen.
  • Bsp.: 1 - p - 2 - ... : Partner ich habe mindestens 3 und 6 bis 10 Punkte
  • Bsp.: 1♠ - p - 2 - ... : Partner ich habe mindestens 5 and >= 11 Punkte
  • Bsp.: 2 - ................ : Partner ich habe weniger als Eröffnungsstärke (8-11) aber 6
  • Bsp.: 1 - 2 - ........ : Partner ich habe 4♠ and mindestens 4 in einer Unterfarbe.
  • Die Gegner können den Bietprozess vermittels Interventionen stören (Bietraum wegnehmen). Kompetitives Bieten!
  • Die Spieler benutzen ein Grund-System (SEF, ACOL, SAYC, Precision ...) plus zusätzliche Konventionen.
  • Es gibt zwei Arten von Geboten (und Systemen): natürliche und künstliche (müssen alertiert werden).
  • Bsp.: natürlich: 1 - p - 1♠ - p - 1NT - p - p - p. End-Kontrakt: 1NT.
  • Bsp.: künstlich: 1 - p - 3♣ - p - 4 - p - p - p.
    3♣: Bergen-Erhöhung, zeigt 4 (7-9 HCP).
  • Bsp.: künstlich: 1 - p - 4NT - p - 5 - p - 6 - p - p - p. 4NT fragt nach Assen.
  • Viele Konventionen: Stayman, Roudy, Michaels, Bergen, Landy, DONT, W2, ....
  • Bsp.: kompetitiv: 1 - 2NT - p - 3 - p - p - p. 2NT zeigt beide Unterfarben.
  • Bsp.: Informations-Kontra: 1♠ - X - p - 3 - p - p - p. X zeigt >= Eröffnungs-Stärke.
  • Competitive bidding example.

Bridge: Hand- bzw. Karten-Evaluation.

Um effizient und erfolgreich bieten zu können, muss man die Stärke und das Potential der eigenen Hand (und derjenigen des Partners) evaluieren. Dies ist ein dynamischer Prozess.

  • Punkte Zählung: Ass 4, König 3, Dame 2, Bube 1. High-Card-Points (HCP).
  • Loser-Zählung (Verluststiche).
  • Längen- und Kürzen-Zusatzpunkte.
  • Typ der Kartenverteilung, z.B. 3-3-4-3 oder 6-2-3-2.
  • Ist in der Trumpf-Farbe ein Fit vorhanden? Haben wir als Paar zusammen >=8 Karten in einer Farbe?
  • Wie ist unsere Vulnerabilität?
  • Eröffnungs-Regeln: 20er-Regel (1., 2. Pos.), 19er-Regel (3. Pos.), 15er-Regel (4. Pos.)
  • Bsp. 20er-Regel: Anzahl Punkte + Länge der beiden längsten Farben >= 20.
  • Bsp. (♠  ♥  ♦  ♣) AJT4/QJ94/K3/AQ5 eröffnet 1NT in jeder Position.
  • Bsp. (♠  ♥  ♦  ♣) AJx/KQJ94/xx/xxx eröffnet 1 in 3. aber nicht 1., 2. oder 4. Position.
  • Bsp. (♠  ♥  ♦  ♣) KQJ945/xx/Qxx/xx eröffnet 2♠ in 1., 2. und 3. position.
  • Hinzu kommen Partners Gebote und Antworten.
  • Es gibt forcierende- und nicht forcierende Gebote.
  • Die Gegner können sehr störend mitbieten.
  • Verschieden Biet-Positionen: Eröffner, 2., 3., 4., Reveille-Position.

Bridge: Spiel des Kontraktes.

  • Nach dreimal Pass spiel das Paar mit dem höchsten Gebot den Kontrakt.
  • Derjenige Spieler, der zuerst die Kontrakt-Farbe oder (NT) geboten hat, wird zum Alleinspieler.
  • Der Spieler links vom Alleinspieler spielt als erster aus.
  • Der Partner des Alleinspielers (dummy) legt seine Karten für alle sichtbar auf den Tisch.
  • Der Alleinspieler sieht also 26 Karten.
  • Wichtig: Anders als beim Jass darf man nur Trumpfen, wenn man nicht mehr Farbe angeben kann.
  • Der Alleinspieler macht einen Spielplan, um den Kontrakt möglichst erfüllen zu können.
  • Die Gegner versuchen die Erfüllung des Kontrakts zu verhindern.
  • Dazu tauschen sie vermittels der gespielten Karten mit dem Partner Inforamtionen aus. Bsp. pos./neg., gerade/ungerade, Lavinthal.

Bridge: Wie lernen?

  • Kurse, Workshops über das Bieten, das Spiel, das Gegenspiel.
  • Bridge-Lehrbücher studieren.
  • Am besten geht es zusammen mit einem Partner.
  • Spielen, spielen, spielen und von Fehlern lernen, d.h. Fehler analysieren.
  • Zu Beginn damit rechnen, dass man häufig verliert oder schlecht abschneidet.
  • Das Bieten einfach halten (wenige zusätzliche Konventionen verwenden).
  • In Clubs gehen, wo es betreute Partien gibt.
  • Am Computer oder im Internet üben und spielen.
  • Geduld ist gefragt. Es braucht Zeit, Bridge zu lernen. Aber es lohnt sich!
  • Teilnahme an Anfänger-Turnieren.

Bridge: Turniere

  • Clubs organisieren wöchentlich Club-Turniere aber auch grössere Anlässe.
  • In Zürich kann man praktisch jeden Tag spielen.
  • Einem Club beitreten.
  • Paar-Turniere, z.B. Howell oder Mitchell, wo man typischerweise 24 bis 28 Boards spielt.
  • Beim Howell bewegen sich die Paare gemäss den Tischkarten.
  • Beim Mitchell bleiben die N/S-Paare sitzen und die O/W-Paare gehen nach jeder Rune zur nächst höheren Tischnummer.
  • Meist spielt man pro Runde 2 - 4 Boards an einem Tisch.
  • Es gibt bet auch Individualturnier, wo man in jeder Runde einen neuen Partner hat.
  • Team-Matches gibt es auch. Zwei Teams zu je 4 Spielen zwei Halbzeiten mit identischen Boards.
  • Der erreichte Rang in einem Turnier hängt davon ab, wie gut man im Vergleich zu anderen Paaren (mit den gleichen Boards) gespielt hat.



Bridge: Gemeinschaft und Subkultur

  • Praktisch unsichtbare Subkultur in der Schweiz.
  • Clubs: 3 in Zürich, weitere in Höfe, Zug, Baden, Bülach, Winterthur, etc..
  • Regulärer Club-Turnierbetrieb.
  • Grosse Turniere, oft mit zwei Sitzungen und Preisgeldern.
  • Nationale Team-Meisterschaft in 6 verschiedenen Ligen.
  • Internationale Wettkämpfe.
  • Fédération Suisse de Bridge.
  • FSB Bulletin.
  • Bridge Berufsspieler.
  • Unzählige Bücher und Magazine.
  • Bridge Shops.
  • Bridge-Ferien, Workshops, Kurse, Trainings.
  • Lerne interessante Leute kennen, knüpfe Freundschaften.



N.M. Jan. 2019